Mittwoch, 6. Mai 2026

Wismar

 

Am nächsten Tag ging es nach Wismar.

Am Wohnmobilpark Westhafen habe ich einen Platz bekommen und mache mich bald auf den Weg in die Stadt.







Auf dem Weg in die Stadt komme ich an einem "Lost Place" vorbei, ein altes Gebäude, das halb verfallen ist. Kein schöner Anblick.


Wismar, 1229 erstmals erwähnt und seit 1266 mit lübischem Stadtrecht ausgestattet, entwickelte sich als bedeutende Hansestadt zu einem Zentrum für Handel und Schiffbau. Nach dem Dreißigjährigen Krieg war Wismar von 1648 bis 1803 (faktisch) bzw. 1903 (formal) unter schwedischer Herrschaft. Die historische Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe, geprägt von Backsteingotik, Hansezeit und schwedischen Einflüssen.



Die Nähe zum Meer nagt an den Gebäuden und bei vielen blättert schon wieder die Farbe ab.



Ein Gebäude der Freimaurer.



Nach dem Ende der DDR wurde Wismars historischer Stadtkern ab 1991 im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert.




Manche Häuser haben Giebel mit leeren Fenstern. 
Es gibt mehrere Bedeutungen dazu:

In Wismar dienten Giebel mit leeren Fenstern (sogenannte Blendfenster oder Blendbögen) primär der architektonischen Dekoration und der Statik. Im Detail erfüllten sie in der mittelalterlichen Backsteingotik folgende praktische und repräsentative Zwecke: 
  • Gewichtsreduktion & Statik: Große, massive Giebel waren schwer. Durch das Einlassen von Vertiefungen (Fensteröffnungen) sparte man wertvolle Ziegelsteine und verringerte das Gesamtgewicht, das auf dem Gebäude lastete.
  • Optische Gliederung: Die fensterartigen Nischen lockerten die riesigen, oft schmucklosen Backsteinflächen auf und machten die Fassaden harmonischer und repräsentativer.
  • Prestige und Wohlstand: Die aufwendig gestalteten Giebel dienten als Statussymbol. Sie spiegelten den Reichtum der hanseatischen Kaufleute und Brauer wider.
  • Tarnung: Sie dienten dazu, die dahinterliegenden, oft unregelmäßig angeordneten Speicherböden und Ladeluken von außen symmetrisch und geordnet wirken zu lassen


Der „Alte Schwede“ am Marktplatz von Wismar ist das älteste Bürgerhaus der Stadt. Das beeindruckende Backsteingotik-Giebelhaus wurde um 1380 erbaut. Seinen Namen erhielt es im 19. Jahrhundert in Erinnerung an die schwedische Herrschaftszeit, die Wismar nach dem Dreißigjährigen Krieg für über 150 Jahre prägte.


Am Markt fällt auch besonders das Gebäude mit der grünen Jugendstilbemalung auf, das Restaurant "Seestern". Früher kannte man es als Hotel "Stadt Altona", das 1837 diesen neogotisch-historisierenden Giebel erhielt, der dann 1900 zusätzlich mit Jugendstilmotiven bemalt wurde. Die heutige nachempfundene Jugendstilbemalung erfolgte nach einem historischen Foto.

Besonders hübsch sind die beiden Kellner vor der Tür mit den langen Schürzen. So stelle ich mir vor um 1900 im Seestern begrüßt zu werden.


Der Marktplatz ist mit großen Kieselsteinen gepflastert. Laufen und Radfahren sind dort kaum möglich. Erst recht nicht mit einem Kinderwagen oder einem Rollator.


Der Marktplatz in Wismar, einer der größten Deutschlands, ist das historische Herz der Hansestadt. Seit dem Mittelalter war er zentraler Handelsplatz und gesellschaftliches Zentrum. Geprägt wird das Areal durch die beeindruckende Architektur der Backsteingotik und der niederländischen Renaissance sowie durch seine geschichtsträchtige Umgebung.
  • Die Wasserkunst (1602): Das unverkennbare Wahrzeichen auf dem Platz wurde zwischen 1579 und 1602 im Stil der niederländischen Renaissance vom Utrechter Baumeister Philipp Brandin errichtet. Der zwölfeckige Pavillon diente bis 1897 der zentralen Trinkwasserversorgung der Stadt.


St. Marien (Die ehemalige Ratskirche): Als älteste Pfarrkirche Wismars (13. Jahrhundert) prägte sie einst die Silhouette. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wurden das Langhaus und der Chor 1960 unter kulturpolitischem Druck der DDR-Führung gesprengt. Erhalten ist heute nur noch der monumentale Turm. 



Das im Juni 2024 eröffnete Hotel "Das Kittchen" in Wismar (Kellerstraße) ist eine einzigartige Unterkunft, die in einer ehemaligen Jugendarrestanstalt untergebracht ist. Das denkmalgeschützte Gebäude, dessen Wurzeln bis zu einem Armenhaus zurückreichen, diente bis 2013/2014 als Gefängnis. Der Umbau bewahrte den rauen Charme mit Gittern und Zellentüren.

Nach Celle und Lüneburg war Wismar für mich etwas enttäuschend. Vielleicht habe ich auch nicht die richtigen Ecken besucht. Wenn ich noch einmal herkomme, werde ich mich besser vorbereiten und noch andere Sehenswürdigkeiten besuchen.

Morgen machen ich mich auf den Weg Richtung Sierksdorf und fahre noch in Dassow vorbei. 
 Im TV habe ich mal eine Ausstellung von StarWars gesehen. Mal sehen, ob geöffnet ist. Bin gespannt.

bis bald

Eure Barbara






Dienstag, 5. Mai 2026

Lüneburg

 

Nach dem Frühstück mache ich mich langsam auf nach Lüneburg, das ist nicht so weit, also kann ich mir Zeit lassen.

Hier finde ich auf dem Stellplatz Sülzwiese einen Platz. Der Platz ist ausreichend, nicht besonders gepflegt aber ich will hier ja nur übernachten.


Wie schön, heute ist Markt...


Lüneburg ist eine Stadt in Norddeutschland. In der mittelalterlichen Altstadt befindet sich der von gotischen Backstein-Giebelhäusern umgebene Platz Am Sande. Das Deutsche Salzmuseum in der ehemaligen Saline von Lüneburg veranschaulicht die Geschichte und Bedeutung der Salzgewinnung, die für den Reichtum der Stadt im Mittelalter sorgte. Im historischen Viertel zwischen dem Museum und dem Lüneburger Kalkberg, einem Naturschutzgebiet um einen Salzstock, stehen viele Gebäude aufgrund des Jahrhunderte langen Abbaus schief. 


An manchen Giebeln befinden sich Kranausleger. Giebelhäuser mit Ladeluken sind Speicherhäuser am Stintmarkt und in der Straße „Auf der Altstadt“. Sie besitzen oft Treppengiebel mit kleine Türen (Ladeluken) in den oberen Stockwerken und teils noch Kranausleger, um Waren vom Wasser direkt in den Speicher zu befördern.


Kunstvolle Fachwerkfüllung mit Backsteinen.



Lüneburg verdankt seinen historischen Reichtum dem Salzabbau. Im Mittelalter besaß die Hansestadt das Monopol zur Salzgewinnung, was sie zu einer der wohlhabendsten Städte im Norden machte. Dieser historische Reichtum zeigt sich noch heute im gut erhaltenen, prächtigen Stadtbild



Der Alte Kran in Lüneburg ist ein historischer Hafenkran im Wasserviertel, der seit dem 14. Jahrhundert als Wahrzeichen der Hansestadt gilt und einst für den Umschlag von Salz und schweren Gütern genutzt wurde.


Im Hafenviertel am Stint, dem im Mittelalter wichtigen Umschlagsplatz für Waren, findet man vor dem alten Kran, der früher die Salzsäcke verlud, zwei alte hanseatische Holzboote. Die auf der Ilmenau liegenden Holzboote sind originalgetreue Nachbildungen zweier Salztransporter, mit denen früher das Lüneburger Salz verschifft wurde. Das größere Boot mit dem Namen „De Sulte“ ist ein Salzewer, dessen Nachbau sich an Vorbildern aus dem 15. Jahrhundert orientiert.



Lüneburg ist bekannt für seine gut erhaltene mittelalterliche Altstadt, die durch eine Vielzahl prachtvoller Ziergiebel in Backsteingotik, Renaissance- und Barockstil geprägt ist. Diese Giebel prägen das Stadtbild, besonders im Bereich um den Platz "Am Sande" und im Wasserviertel.




Im Jahre 1475 kaufte der Rat der Stadt Lüneburg unter seinem Bürgermeister Dietrich von Dassel eine bereits bestehende Apotheke in der Großen Bäckerstraße 5 und gab ihr den Namen Raths-Apotheke in damaliger Schreibweise.

Knapp 50 Jahre später wurde die Einrichtung in die Große Bäckerstraße 9 verlegt, 1524 neu eröffnet. Dort diente die Apotheke den Einwohnern mehr als 70 Jahre. Aber mit dem wachsenden Wohlstand der Bürger durch den Salzhandel musste der Bau ein prächtigeres Aussehen erhalten, wofür das vorherige gotische Gebäude unter Leitung des Raths-Apothekers Ulricus Luthmer stark umgebaut wurde. 






Hier kippt der Giebel nach hinten.



Das tolle Wetter lockt viele Leute nach draußen. In der Sonne ist es schön warm, aber im Schatten ist es "schattig".

Ich habe wieder ein zauberhaftes Café gefunden.

Café Auszeit
An der Münze 14 in Lüneburg.

Absolut empfehlenswert. die Kuchen sind alle selbst gemacht und außergewöhnlich. Der Kaffee schmeckt sehr gut und es hat eine angenehme Atmosphäre. Hier kann man auch wunderbar brunchen oder Mittag essen. Schaut mal auf die Karte. https://auszeitlueneburg.eatbu.com



Mit dem leckeren Kuchen verabschiede ich mich und kehre zurück zu meinem Camper.


Morgen geht es weiter nach Wismar.

bis bald

Eure Barbara









Celle

 

Zum kleinen Tourne-Treffen in Sierksdorf an der Ostsee ging es für mich erst mal einen Tag nach Celle.

Hier gibt es einen schönen Stellplatz mit allem, was man braucht.



Vom Stellplatz aus kommt man durch einen Park in die Altstadt.




Ein Baum im Topf.


Celle ist eine große selbständige Stadt mit 66.834 Einwohnern in Niedersachsen. Die Mittelstadt gilt als südliches Tor zur Lüneburger Heide und ist ein Ort mit einer pittoresken Altstadt mit über 400 Fachwerkhäusern und einem Schloss im Stil der Renaissance und des Barocks.




Das prächtigste Fachwerkhaus in Celle.




Das älteste datierte Fachwerkhaus in der Altstadt von Celle befindet sich am Heiligen Kreuz 26. Es wurde im Jahr 1526 erbaut und zeichnet sich durch einen giebelständigen Satteldach-Fachwerkbau mit einem vorkragenden Treppengiebel und gotischem Ornament aus. Das Gebäude hat eine bewegte Geschichte, überstand einen Brand und dient heute als Geschäftshaus.



Rathaus


Hier hat sich das ganze Fachwerk gesetzt.


Habe ein süßes kleines Café gefunden und es gab einen herrlichen Zitronenkuchen und guten Cappucchino.



Coffee Shop Celle
Schuhstraße 21










Der alte Briefkasten wird sogar noch täglich geleert.



Das Celler Schloss in Celle in Niedersachsen war eine der Residenzen des Hauses Braunschweig-Lüneburg. Die vierflügelige Anlage ist das größte Schloss in der Region der südlichen Lüneburger Heide. Es reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.


Nach vielen Kilometern zurück auf meinem Stellplatz.


Ich habe mir für den Camper eine kleine Heißluftfritteuse gekauft. Darin kann man schnell und einfach ganze Gerichte kochen.


Ich hatte mir für den 1. Abend ein paniertes Schnitzel mitgebracht und unterwegs noch eine kleine Portion Pommes gekauft. Beides habe ich zusammen in die HLF gelegt und erhitzt. Dazu gab es einen Salat. Lecker war's.


Nach dem Essen noch ein bisschen Lesen und dann falle ich ins Bett. 

Schlaft gut, bis morgen.... 😴

Morgen geht es nach Lüneburg...

bis bald

Eure Barbara