Sonntag, 11. Dezember 2022

Kreuzfahrt mit der MSC Orchestra : La Reunion - 11. Teil

 

Es ist der 15. November 2022. Wir legen morgens um 7:00 in La Reunion an.


Das kleine Eiland La Réunion liegt rund 800 km östlich von Madagaskar im Indischen Ozean und wird vor allem von Aktivtouristen besucht, die die sportliche Abwechslung und Herausforderung zum Strandurlaub suchen. Denn neben den weißen (und schwarzen) Stränden bietet La Réunion vor allem Landschaften wie Tropenwald, Vulkan- und alpine Berg- und Mondlandschaften.


Zwischen null und über 3000 m Metern Höhenlinie ist der Weg nicht weit. Denn auf der kleinen Insel liegen die unterschiedlichen Naturschauplätze oft dicht beieinander, weswegen man sie zurecht „Insel der Zusammenkunft“ nennen kann. La Réunion hat lediglich einen Durchmesser von 70 km und wer die Insel einmal umfährt, kommt auf etwas über 200 km. La Reunion hat ca. die Größe des Saarlands.



Obwohl La Réunion bereits im 15. Jahrhundert entdeckt wurde, war die Insel bis Mitte des 17. Jahrhunderts unbewohnt. Erst dann wurde La Réunion von Seefahrern zu französischem Besitz erklärt und kolonialisiert. Die Kolonialherren brachten ihre Sklaven aus Ostafrika, Madagaskar und Indien auf die Insel, um diese dort zur Produktion von Zuckerrohr und Vanille einzusetzen. Die auf La Réunion angebaute Vanille wurde schnell als Bourbon Vanille auf der ganzen Welt bekannt und steht auch heute noch für höchste Qualität.

Die Sklaverei wurde glücklicherweise Mitte des 19. Jahrhunderts verboten, die Leidenschaft für Zuckerrohr und dem daraus gewonnenen Rum blieb jedoch bis heute bestehen. Die heutigen Einwohner La Réunions, die Kreolen genannt werden, sind die Nachfahren jener Sklaven und Siedler aus dem 17. Jahrhundert und tragen mit ihren unterschiedlichen kulturellen Wurzeln zur Vielfältigkeit dieser Insel bei.


Wir legen im kleinen Ort Le Port an und werden am Pier direkt mit dem Shuttle-Bus bis zu einem 500 Meter entfernten Sammelpunkt gebracht. Dort buchen wir uns ein Ticket zu einem schönen Strand. Hin- und Rückfahrt kosten 15 €.

Kaum verlassen wir den Hafen, sind wir in Frankreich. Die gleichen Geschäfte wie wir sie aus Südfrankreich kennen: Leclerc oder Carrefour. 


Mr. Bricolage ist ein Baumarkt.

Wir kommen vorbei an einem interessanten Parkhaus.

Auch die Straßenschilder auf der Autobahn sind gleich wie in Frankreich. 


Hier fährt man rechts, wie in Frankreich. Anders als in Mauritius und den Seychellen, wo Linksverkehr herrscht.

Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kommen wir am Plage d'Hermitage an. Dort gibt es einen kleinen Campingplatz. 

Diesen durchqueren wir und finden einen schönen Strand.


Es ist nicht viel los aber das Wasser sieht verlocken aus.


Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und machen es uns bequem.



Etwas nördlich davon liegt Saint-Gilles-les-Bains. Birgit und Gerd machen sich auf den Weg und spazieren am Strand entlang. 


Beim Schnorcheln legt man sich nur auf das Wasser und hat in ca. 1 Meter schon Korallen und Fische unter sich. Eine kleine Muräne sehe ich und viele Seegurken. Ganz viele sehr kleine und etwas größere Fische tummeln sich zwischen den Korallen.


Hier am Strand liegen sehr viele abgebrochene Korallenstücke. Da das Wasser recht flach ist, können Stürme und starker Seegang die Korallen immer wieder zerstören. 

Die Korallen werden vom Meer zerrieben und bilden den Sand für das nächste Jahr.


Am späten Mittag verspüren wir Durst, unsere Vorräte sind aufgebraucht und wir machen uns auf den Weg in den Ort, um etwas zu trinken.


Dabei kommen wir wieder an wunderschönen Pflanzen und Blüten vorbei.


Eine Pflanze mit Kringeln auf den Blättern.


Noch mal an den Strand zum Baden und Schnorcheln. Dann Trocknen und trockene Sachen anziehen. Wir müssen um 15:30  Uhr wieder zum Bus. Der letzte Bus fährt um 16:00 Uhr und wir befürchten, der wird voll. 



Noch einen Blick auf die Küste.


Vorbei an netten, gepflegten Orten.

Eine Rumfabrik.


Es ist schon Feierabendverkehr.


Am Hafen wird wieder Musik gespielt und wir lassen uns noch ein bisschen unterhalten bis zur Abfahrt.


Auch hier gibt es die Instrumente, wie auf den Seychellen und Mauritius.


Angelika versucht sich an der Floßrassel und macht das ganz gut. 



Gegen 17:00 Uhr verlassen wir La Reunion wieder.



Die Hafeneinfahrt ist recht schmal für unser großes Schiff und daher kommt ein Schlepper, um uns in Position zu drücken, damit wir wieder gut aus dem Hafen kommen.



Es war etwas kurz, um die Insel kennenzulernen. Es gibt hier sicher noch einiges zu entdecken.




Auf Wiedersehen La Reunion.



Nun sind wir 3 Tage auf See.



An den letzten Tagen ist es sehr windig an Deck und wir suchen uns möglichst Plätze im Windschatten und Schatten, denn die Sonne ist sehr stark. Es ist hier auf der Südhalbkugel jetzt auch Sommer.




Abends gibt es eine besondere Show. Einige der Crewmitglieder sind talentiert und sie werden im Theater präsentiert.


Sie sind aus den verschiedensten Bereichen, wie Küche, Maschinenraum, IT-Abteilung oder Service.






Am letzten Abend gibt es noch einmal die "Best of" aller Shows der letzten Wochen.














Beim Abendessen beginnt ein heftiges Gewitter. Wir können durch die Fenster Blitze sehen und heftiger Regen prasselt an die Fenster.
Als wir nach dem Abendessen auf Deck gehen, schwappt das Wasser über den Boden.




Der Seegang ist heute etwas höher und ich werde sanft in den Schlaf gewiegt.

Morgen ist der 19. November und wir werden in Durban, Südafrika, anlegen.


Darüber berichte ich im nächsten und letzten Post dieser Reise.


Samstag, 10. Dezember 2022

Kreuzfahrt mit der MSC Orchestra : Mauritius Tag 2 - 10. Teil


Der 2. Tag auf Mauritius


Wir haben vor, den Süden zu erkunden. Leider ist es heute etwas trüb. 


Von Port Louis fahren wir Richtung Süden und werden im Landesinneren an einem gorßen See, dem "Grand Bassin" den Hindu-Tempel besuchen.




Der Berg Pieter Both ist nach dem ersten Generalgouverneur Pieter Both von Niederländisch-Ostindien benannt, hat eine Höhe von 820 Meter und ist damit zweithöchster Berg von Mauritius.

Um die markante Felsformation ranken sich verschiedene Sagen und Mythen.

So heißt es im Volksmund, solange der runde Stein dort oben auf der Spitze des Berges verweile, gehe es Mauritius gut.






Der östlich von Le Pétrin gelegene Kratersee Grand Bassin, von Hindus auch Ganga Talao («See des Ganges») genannt, ist die größte hinduistische Pilgerstätte außerhalb Indiens.

Unter der Woche herrscht am Grand Bassin idyllische Ruhe. Ein ganz anderes Bild bietet sich wenn zwischen Ende Februar und Anfang März das Maha-Shivaratree-Fest zelebriert wird, dann begeben sich mehr als 400 000 Gläubige auf Pilgerreise zu dem heiligen See und bringen den Gottheiten Opfer dar.


Etwa 2 km entfernt von Grand Bassin ragt eine imposante Statue des hinduistischen Hauptgottes Shiva in den Himmel. Die beindruckende 33m hohe Statue sollte man auf sich wirken lassen.





Statue der mehrarmigen Durga Maa Bhavani, der mächtigen Mutter des Universums und Göttin der Vollkommenheit. Sie hat im Hinduismus eine vielschichtige Bedeutung. Die Allmutter kann das Böse zerstören und das Gute bewahren. Sie verkörpert Leben und Tod, Liebe und Gerechtigkeit.



Andersgläubige und Touristen sind in den Tempelanlagen willkommen. Die toleranten Hindus stören sich nicht an der Präsenz der Besucher. Dennoch sollte man gewisse Verhaltensregeln beachten. Fotografieren außerhalb und innerhalb der Tempel ist erlaubt. Man sollte sich allerdings respektvoll gegenüber den Betenden verhalten und Zurückhaltung wahren. Auch auf passende Kleidung sollte geachtet werden (keine Shorts, Miniröcke, Trägerhemdchen). Bevor man das Tempelinnere betritt, sind die Schuhe auszuziehen.




Rund um den Kratersee befinden sich zahlreiche Tempel, kleine Opferschreine, und bunte Götterstatuen. Vor dem Haupttempel, direkt am Ufer des Sees, thront eine Figur von Mutter Ganga, der Verkörperung des heiligen indischen Flusses, sowie des Affengotts Hanuman, des Elefantengotts Ganesha. Zu Ehren der Gottheiten legen Betende kleine Opfergaben, wie Kokosnüsse und Bananen vor den Statuen nieder. Im Inneren der Tempel lassen sich viele weitere Abbildungen und in bunten Stoff gehüllte Figuren von Gottheiten wie Vishnu, Lakshmi, Krishna bewundern.



Der heilige See, Grand Bassin, ist einer der größten Heiligtümer der Hindus außerhalb von Indien. Das Wasser gilt als heilig und wird für rituelle Waschungen verwendet. Die Gläubigen füllen es auch in kleinen Flaschen ab, um es mit nach Hause zu nehmen.





Ganesha





Hier oben regnet es leider und es sind auch nur 19°C. Wir hüllen uns in alles, was wir dabei haben und fahren nach einer Weile mit unserem Guide weiter zu den Zwillingswasserfällen.






Nicht weit davon entfernt im Südwesten der Insel liegt ...



das Naturschauspiel "die sieben-farbige Erde" Die Hügellandschaft ist wie die ganze Insel vulkanischen Ursprungs. Die Farben kommen durch die Umwandlung von Basaltlava in Tonminerale und deren weitere Zersetzung zustande. Alle unter tropischen Verwitterungsbedingungen wasserlöslichen Bestandteile wie z. B. Kieselsäuren sind aus der Spülfläche ausgewaschen, es bleibt nur noch ein Bodensubstrat aus rötlich/schwarzem Eisenoxid Fe²O³ und Aluminiumhydroxid übrig, das Farben von blau über violettblau bis blaugrün ausbildet. Durch schwankende Zusammensetzungen kommt es zu den verschiedenen Farbtönen.



Direkt daneben gibt es ein Gehege mit Riesenschildkröten.


Überall auf der Insel gibt es diese Riesenpalmen, die eigentlich keine Palmen sind sondern Funkmasten für z.B. die Handys. Das Netzt ist hier besser ausgebaut als in Deutschland.


Es geht quer durchs Land bis in den Ort Moka kurz vor Port Louis. Dort liegt ein Restaurant "Escal Creole". Den Tisch für uns habe ich bereits vor Antritt unserer Reise reserviert. Hier wollte ich eigentlich schon 2019 hin. Diesmal hat es geklappt.


Wir bekommen ein üppiges creolisches Essen mit Reis, Linseneintopf, verschiedenen Currys mit Fisch, Tintenfisch, creolischen Würstchen, Gemüse, verschiedene Salate, Dips und Soßen.


In diesem Resataurant, wird nach alten Rezepten gekocht, die Mutter und Tochter im laufe der Jahre in der Familie, bei Freunden und Bekannten gesammelt haben.




Das Restaurant liegt wurderschön in einem schön angelegten Garten mit vielen Blumen.





Sogar zum Toilettenhäuschen geht es durch blütenreiche Botanik.










Ein so schönes Ambiente, liebevoll dekoriert.




Die Töpfe sind leer und wir pappsatt.






Hier braucht man für sehr gute Köche 
gute Zutaten, einen guten Gaumen, 
Herz und dich.
Danke, dass du da bist.



Mutter und Tochter führen das kleine Restaurant. Es ist Montag bis Freitag von 12:00 bis 15:00 Uhr geöffnet und jeden zweiten Samstag. Wer mehr über das Restaurant und die beiden herzlichen Damen erfahren möchte kann dies auf Facebook unter folgendem Link sehen. (mit deutschen Untertiteln)
https://www.facebook.com/watch/?v=514695952930548

oder die Doku "Buntes Mauritius" auf YouTube ab Minute 21:50.

https://www.youtube.com/watch?v=Pvs1vspxIuk

Website: https://escalecreole.net/



Wir haben uns so wohl gefühlt, und sind um 15:00 Uhr herzlich verabschiedet worden.



Bald machen wir uns auf den Rückweg zum Schiff.


Um 19:00 Uhr legen wir ab und verabschieden uns von Mauritius.


Auf Wiedersehen du schöne Insel.


Beim Abendessen bekommt Angelika viele Komplimente vom Bereichsleiter des Restaurants. Sie muss diesen niedlichen Kerl einfach herzen.



Morgen früh um 7:00 Uhr werden wir in "La Reunion" anlegen.

Darüber berichte ich im nächsten Post.